Attacke auf Generalsekretär des Zentralrats der Juden

Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, ist nach einem Synagogenbesuch an Jom Kipur Opfer einer verbalen Attacke geworden. Der Angreifer drohte auch mit Gewalt. Nach dem verheerenden Angriff auf einen Rabbi und Pöbeleien gegen eine Gruppe jüdischer Schülerinnen ist dies bereits der dritte bekannt gewordene Fall offenen Antisemitismus’ innerhalb weniger Wochen in Berlin.

Am gestrigen Mittwoch war Jom Kippur, der Tag der Versöhnung und der höchste jüdische Feiertag. Was Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland, erlebte, hatte dagegen wenig mit Versöhnung zu tun. Nach dem traditionellen Synagogenbesuch mit seinen beiden Töchtern wurde Kramer auf offener Straße bedroht. Der Angreifer identifizierte Kramer wahrscheinlich anhand eines mitgeführten Siddur, einem Gebetsbuch, als Jude und forderte ihn auf, dahin zurückzukehren, wo er hergekommen sei. Anschließend drohte er mit Gewalt.

Dies ist nur der jüngste Vorfall einer Reihe antisemitischer Angriffe in den vergangenen Wochen, darunter der tätliche Angriff auf Rabbiner Alter in Friedenau und die Pöbeleien gegen eine Gruppe jüdischer Schülerinnen auf dem Schulweg in Charlottenburg. Der Sprecher des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA), Levi Salomon, kritisierte die Häufung judenfeindlicher Vorfälle. “Antisemitismus ist quer durch die Bevölkerung verbreitet und muss gesamtgesellschaftlich bekämpft werden”, sagte er. Auch die Mehrheitsgesellschaft müsse sich mit Phänomen auseinandersetzen und die zivilgesellschaftlichen Initiativen, Programme und Aktionen gegen Antisemitismus müssten gestärkt werden.

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