Stolpersteine für den letzten hannoverschen Kantor

Am Mahnmal der 1938 zerstörten Synagoge und vor der ehemaligen Wohnstätte des letzten hannoverschen Kantors, Israel Alter, berichtet sein Neffe, Benjamin Maissner, vom bewegten Schicksal seines Onkels.

Israel Alter wurde 1901 in der damals polnischen Stadt Lemberg geboren und erregte mit seiner melodischen und starken Stimme schon in jungen Jahren die Aufmerksamkeit seiner Familie und ihrer Freunde. Seine Studienjahre verlebte Alter in Wien und nahm Unterricht bei bekannten Musikprofessoren. Zu seinen Vorbildern gehörten die damals im deutschsprachigen Raum angesehenen Kantoren wie Salomon Sulzer, Louis Lewandowski und auch Leib Glanz, der sein bester Freund wurde. Von 1925 bis 1935 war Israel Alter Oberkantor an der Synagoge in Hannover in der Roten Reihe. Er erwarb sich hier den Ruf als hervorragender Heldentenor, zu dessen Repertoire nicht nur die synagogale Musik sondern auch klassische Lieder und Arien von Händel, Meyerbeer, Liszt, Rubinstein und Puccini gehörten und unternahm Konzertreisen in die europäische Metropolen, in die USA und nach Asien.

Heute bekleidet sein Neffe, Benjamin Maissner ebenfalls den Posten eines Oberkantors in Toronto, Kanada. Im Rahmen einer Besuchsreise, gemeinsam mit anderen Kantoren aus Kanada, bat er den Vertreter der DIG Hannover, Frank Lehmberg, und den Vertreter der Stadt Hannover, Dr. Karljosef Kreter, für seinen Onkel und weitere Verwandte, Stolpersteine in Hannover von Gunter Demnig verlegen zu lassen. Im Jahr 2013 soll ihm dieser Wunsch erfüllt werden.

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