Kein roter Teppich für den Antisemiten Erdoğan!

Am 27.09.2018 kommt der „Führer“ der „neuen Türkei“, Recep Tayyip Erdoğan auf Einladung des Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier nach Deutschland. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft in Niedersachsen und Bremen verurteilt, dass dem türkischen Antidemokraten, Angriffskrieger in Afrin, Zerstörer des historischen Erbes der Kurden in Diyarbakir und aktiven Antisemiten in Deutschland ein Forum geboten werden soll.

Erdoğan hat vor unseren Augen in wenigen Jahren die Türkei in eine Despotie verwandelt: Er hat Zehntausende von Staatsbeamten und Richtern aus politischen Gründen entlassen, er hat die säkularen Universitäten geschlossen, ProfessorInnen von ihren Lehrstühlen vertrieben oder wegen einer Unterschrift unter einen Appell gegen seinen Krieg in Kurdistan ins Gefängnis geworfen. Er hat die freie Presse, Radio und Fernsehen gleichgeschaltet und missliebige Journalisten zu hohen Haftstrafen verurteilen lassen. Ausdrücklich beruft er sich bei der Errichtung seiner türkischen Präsidialdiktatur auf das Vorbild Hitlerdeutschlands (vgl. (türkisch): https://www.youtube.com/watch?v=1Rwp76nOWAw).

Erdoğan ist ein überzeugter Antisemit, der seinem Ressentiment Taten folgen lässt: Er ist nicht nur ein Feind des säkularenIsraels, der bereits 2009 beim Weltwirtschaftsforum in Davos den Friedensnobelpreisträger Shimon Peres anpöbelte und 2010 die Hassflottille nach Gaza erst ermöglichte. Bei jeder Gelegenheit macht er bis heute deutlich, dass er die Juden aufgrund seiner rassistischen Gesinnung verachtet. So diffamierte er, seine Kritiker unlängst als „dreckige Spermien der Israelis“, (vgl. (türkisch) https://www.youtube.com/watch?v=kl_A6ng8t8w) – im innenpolitischen Kontext eines Grubenunglücks, das mit Israel nichts zu tun hatte.

Erdoğan hat seine antisemitische Haltung von seinem Ziehvater, dem türkischen Faschisten Erbakan, übernommen. Nach der Ideologie von Erbakan und Erdoğan sind für alles Unglück auf der Welt die Juden verantwortlich. Diese Ideologie wiederholt er bei jeder Gelegenheit und macht für die aktuelleWirtschaftskrise in der Türkei die ausländischen Kräfte und die „Zinslobby“ – ein Codewort für Juden– verantwortlich. Jeder seiner Zuhörer in der Türkei und der arabischen Welt versteht, wen er damit meint.

Erdoğan versucht sich als neues Oberhaupt der Muslime zu profilieren. Die türkischen Journalisten, die seine Unterstützung für den IS dokumentierten, überzog er mit Prozessen – einer von ihnen lebt heute im Exil in Deutschland, ein anderer wurde zu dreißigjähriger Gefängnishaft verurteilt. Eine freie Presse existiert in der Türkei heute praktisch nicht mehr. Jede islamistische Bewegung, die die Vernichtung Israels propagiert, hat seine Sympathie. Die Türkei ist der bedeutendste Staat außerhalb der arabischen Welt, welcher der terroristischen Hamas aus ideologischer Überzeugung massiven politischen und finanziellen Beistand leistet. Erdoğans verlängerter Arm in Deutschland, die DITIB, trägt in den Predigten in ihren Moscheen und in ihrer Jugendarbeit zur Israelfeindschaft in der türkischen Community hierzulande bei. Erdoğan ist damit nicht nur ein außenpolitischer Feind Israels, seine Institutionen tragen auch aktiv zur Verbreitung von Judenhass und Israelfeindschaft in Deutschland bei.

Erdoğan hat protokollarische Ehren und die politische Unterstützung – es war zuletzt sogar von finanzieller Unterstützung durch die Bundesrepublik die Rede – nicht verdient! Die Politik dieses türkischen „Führers“ bedroht Israel und trägt zu Spaltung und Hass in unserem Lande bei. Dies verdient klare Worte der Kritik und der Verurteilung aber keinen Freundschaftsbesuch!

 

Deutsch-Israelische Gesellschaft, Arbeitsgemeinschaften Niedersachsen und Bremen, Burgwedel, den 15. September 2018

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>