Genauso unakzeptabel sind jedoch die Anwürfe des Ortsbürgermeister Bahlo, immerhin Vorstandsmitglied der nach dem Kriegsverbrecher Wöhler benannten örtlichen Stiftung, gegen die Kritiker des Mahnmalprojektes. Wer meint, nachdem er seine Kritiker im Ortsrat überstimmt habe, könne er ihnen auch den Mund verbieten, hat wesentliche demokratische Grundsätze nicht begriffen. Herr Bahlo muss sich außerdem daran erinnern lassen, dass Bürgermeister Dr. Hoppenstedt einschreiten musste, damit die umgekommenen polnischen Säuglinge überhaupt in das Gedenken aufgenommen werden konnten.
Es wäre bedauerlich, wenn der konstruktive Dialog, der zwischen der DIG, dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden und Bürgermeister Dr. Hoppenstedt bereits begonnen hatte, durch diese feige Sachbeschädigung gefährdet würde. Vernünftig wäre es, vor der Anfertigung neuer Glastafeln gemeinsam darüber zu sprechen, ob die Namen von Angehörigen geächteter NS-Täterorganisationen auf dem Mahnmal überhaupt genannt werden sollten. Ein solches sensibles Projekt benötigt einen grundlegenden Konsens, den alle mittragen können.





