Das Attentat auf Charlie Hebdo und seine Folgen (Vortrag und Diskussion u.A. mit Matthias Küntzel)

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Vortrag und Diskussionsveranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft

Am 18.02.2015 um 19.30 Uhr in der Üstra-Remise (Goethestr. 19) in Hannover

Wie geht unsere Gesellschaft mit der Bedrohung durch Djihadismus und Antisemitismus sowie den falschen Antworten des Rechtspopulismus um?

Warum traf uns die Ermordung der Pariser Zeichner und Journalisten ins Mark? Warum bekundeten Hunderttausende auf den Plätzen Europas mit hochgehaltenen Stiften und Je suis Charlie-Plakaten ihr Entsetzen?
Weil dieser Anschlag so unmissverständlich war. Für die Attentate von London, Madrid und New York wurde vielfach noch die Außenpolitik der betroffenen Regierungen verantwortlich gemacht. Hier aber wurden zwölf Symbole für die Freiheit des Lachens und Denkens ermordet. Hier bewiesen die Islamisten, dass sie einen Krieg gegen unsere Lebensweise führen sowie gegen jeden, der diese Lebensweise schätzt. Die Morde in dem koscheren Supermarkt riefen erneut in Erinnerung, dass Judenmord zu ihren zentralen Anliegen gehört.

Bislang hat der Terror der Djihadisten die Europäer gelähmt: Eine einzige Todesfatwa gegen den britischen Autor Salman Rushdie reichte, um Tausende einzuschüchtern. Das Bild des auf offener Straße umgebrachten Islamkritikers Theo van Gogh verschärfte die Schere im Kopf. Über die berühmten Mohammed-Karikaturen wurde zwar monatelang gesprochen, doch fehlte fast allen deutschen Zeitungen der Mut, den Gegenstand dieser Kontroverse abzudrucken. Charlie Hebdo hingegen ging vor keiner Einschüchterung und vor keiner Religion in die Knie. Hätten sich seinerzeit 500 europäische Zeitungen ähnlich verhalten, wären die französischen Zeichner vielleicht noch am Leben. Jetzt aber soll das Massaker von Paris unzählige weitere Künstler und Journalisten zum Schweigen bringen.

Wird dieses Kalkül nach dem Abflauen der gegenwärtigen Empörung aufgehen? Viele werden den Djihdisten auch künftig entgegenkommen wollen, gerade weil sie brutal und rücksichtslos sind. Dies ist für unsere freiheitlichen Gesellschaften ebenso gefährlich, wie eine rassistische Ausgrenzung friedlicher Muslime in den europäischen Gesellschaften.
Werden Frankreich und Deutschland aus den Attentaten lernen? Wird zum Beispiel die falsche Beschwichtigung, der Islamismus habe mit dem Koran gar nichts zu tun endlich durch eine aufrichtige und aufgeklärte Debatte über den Islam ersetzt; durch eine Debatte, die sich die säkularisierten Muslime in Deutschland schon lange ersehnen? Und was hieße dies konkret?

Einführungsvortrag Dr. Matthias Küntzel, Politikwissenschaftler und Publizist

Es diskutieren anschließend mit dem Referenten und dem Publikum:
– Sven-Christian Kindler, MdB Bündnis 90/Die Grünen und stellvertretender Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft
– Michael Höntsch, niedersächsischer MdL SPD
– Jörg Hillmer, niedersächsischer MdL CDU
– Jasmin Arbabian-Vogel von „Bunt statt Braun“ Hannover.
– Moderation Dr. Kay Schweigmann-Greve, DIG Hannover

Der Eintritt ist frei.

Der Link zur Veranstaltung bei Facebook ist folgender: https://www.facebook.com/events/782267348534581/

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