Vortrag in Hannover: “Ist Krieg noch zu verhindern?”

Krieg oder Frieden

Ein Vortrag von Michael Spaney, Sprecher der Aktion STOP THE BOMB, über die Eskalation im Konflikt zwischen Iran und Israel.

Die von der internationalen Atombehörde in Wien bestätigten Atombomben-Bestrebungen Irans, lassen die Zeit für Israel knapp werden, sich gegen diese existentielle Bedrohung zur Wehr zu setzen.

Auch wenn westliche Regierungschefs erklären, dass sie nach wie vor am Ziel festhalten, die iranische Nuklearwaffenkapazität zu verhindern, stellt sich für Israel die Frage, ob die aktuellen Bemühungen der internationalen Gemeinschaft zu spät kommen.

Sanktionen zeigen Wirkung, brauchen aber zur vollen Entfaltung eine lange Anlaufzeit. Oft lässt sich am politischen Willen des Westens zweifeln, harte Sanktionen effektiv, umfassend und vor allem mit der gebotenen Dringlichkeit zu beschließen und umzusetzen. Das von der EU im Januar 2012 ausgesprochene Ölembargo soll erst im Sommer wirksam werden. China und Indien zeigen nur geringe Unterstützung, bei Sanktionen mitzuwirken. Westliche Experten verharmlosen weiterhin die Gefahr einer atomaren Rüstungsspirale im Mittleren Osten für die globale Sicherheitsarchitektur. Auch die mögliche Weiterreichung nuklearen Materials an terroristische Gruppen stellt nicht nur für Israel eine Bedrohung dar. Nach einer Phase der diplomatischen Hintergrundgespräche sind aus Israel vermehrt eindrinliche Warnungen öffentlich geworden.

Sollte es dem iranischen Regime gelingen, alle nötigen Atomanlagen unterirdisch zu betreiben, wäre es zu spät für ein militärisches Eingreifen. Aus Teheran reißen die Drohgebärden nicht ab. Die Machthaber in Teheran haben ihr politisches Überleben an den Erhalt der Atombombe geknüpft.

Welche Optionen – kriegerische und nichtmilitärische – gibt es noch für Israel, wie groß sind dabei die Risiken und auf wessen Mithilfe kann es rechnen? Oder wird Teheran den bereits stattfindenden asymetrischen Terrorkrieg gegen Israel und den Westen eskalieren und auch z. B. in Europa Anschläge ausführen lassen?

Michael Spaney ist Vorsitzender des Mideast Freedom Forum Berlin (MFFB). Das MFFB wurde 2007 gegründet um Demokratie, Freiheit und Menschenrechte im Mittleren Osten zu befördern und Despotie, Islamismus und Antisemitismus in der Region zu bekämpfen.
Michael Spaney ist auch Sprecher der Kampagne STOP THE BOMB, die versucht eine iranische Nuklearkapazität zu verhindern, indem sie für harte Sanktionen eintritt. Michael Spaney ist von Beruf TV-Journalist.

Er ist Autor von “Siemens, Linde & Co.” zum deutsch-iranischen Handel in Grigat/Hartmann: Iran im Weltsystem, Studienverlag, Wien 2010.

Donnerstag, 26. April, 18:30 Uhr, ÜSTRA-Remise, Goethestraße 19, Hannover.

Anfahrt: Stadtbahnlinien 10 und 17 bis Haltestelle Clevertor oder Stadtbahnlinien 4, 5, 6, 16 sowie Buslinien 128, 134, 300, 500 und 700 bis Haltestelle Steintor

Hannover: Antrittsvorlesung von Rabbiner Lengyel

Unter dem Titel “Mein Weg als Rabbiner” wird Rabbiner Dr. Gábor Lengyel am Mittwoch, 2. Mai 2012, seine Antrittsvorlesung an der Leibniz-Universität Hannover (Institut für Theologie und Religionswissenschaft) halten.

Rabbiner Dr. Gábor Lengyel wurde 1941 in Budapest geboren, wanderte 1956 nach Israel aus, ging dort zur Schule und diente in der Armee. 1965 kam er nach Deutschland, um an der TU Braunschweig zu studieren. Nach seinem Studium war er 32 Jahre in der Industrie tätig. Zugleich engagierte er sich in den jüdischen Gemeinden und im christlich-jüdischen Gespräch in Niedersachsen. Nach seiner Pensionierung nahm er ein weiteres Studium auf: am Rabbinerseminar in Budapest und am Abraham Geiger Kolleg in Berlin. Er promovierte über die moderne Rabbinerausbildung in Deutschland und Ungarn im 20. Jahrhundert in Budapest und wurde vom Geiger Kolleg ordiniert. In seiner Antrittsvorlesung wird er über jüdisches Leben und jüdischen Glauben anhand seines Lebenswegs berichten.

Datum: Mittwoch, 02.05.2012
Zeit: 18:00 Uhr
Ort: Leibniz-Universität Hannover, Schloßwenderstr. 1, 30159 Hannover, Raum 105

Waldorfschule Bothfeld: “Anatevka” auf jiddisch

Die 10. Klasse der Freien Waldorfschule Bothfeld bringt “Anatevka” auf die Bühne. Vielleicht zum ersten Mal überhaupt in Deutschland wird dabei dieses Musical, das ja auf der Erzählung „Tewje, der Milchiker“ des großen jiddischen Dichters Scholem Alejchem (1859-1916) aufbaut, hier in einer Klezmer-Fassung mit jiddischen Liedtexten vorgeführt. Daher ist es eine besondere Gelegenheit nicht nur mitzuerleben, was mit viel Herzblut von Jugendlichen erarbeitet wurde, sondern auch dies vielgespielte Stück einmal in einer anderen Gestalt zu sehen und einer kleinen Hommage an das jiddische Theater beizuwohnen.

In einer vierwöchigen Intensivepoche haben die Jugendlichen daneben Grundlagen zur Geschichte und Kultur des Judentums erarbeitet, so wird es zusätzlich zu der Aufführung eine kleine Einführungs-Ausstellung zum Thema „Judentum und jiddische Sprache“ geben. Diese wird an den Tagen der Vorführungen jeweils um 18.30 Uhr geöffnet.

Aufführungen:

Freitag, 20 April, 19.30 Uhr

Samstag, 21.April, 19.30 Uhr

Sonntag, 22. April, 19.30 Uhr