Kein roter Teppich für den Antisemiten Erdoğan!

Am 27.09.2018 kommt der „Führer“ der „neuen Türkei“, Recep Tayyip Erdoğan auf Einladung des Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier nach Deutschland. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft in Niedersachsen und Bremen verurteilt, dass dem türkischen Antidemokraten, Angriffskrieger in Afrin, Zerstörer des historischen Erbes der Kurden in Diyarbakir und aktiven Antisemiten in Deutschland ein Forum geboten werden soll.

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Deutsch-Israelische Gesellschaft besorgt um Erhöhung der Zahlungen für UNRWA

Berlin. Mit großer Sorge nimmt die Deutsch-Israelische Gesellschaft zur Kenntnis, dass die Bundesregierung offenbar beabsichtigt, die deutschen Zahlungen für die UNRWA noch weiter zu erhöhen und damit das Defizit, das durch den Ausfall der Zahlungen der USA entsteht, auszugleichen. Dies ist nach Auffassung der Gesellschaft kontraproduktiv, weil die Zahlungen nicht an die Behebung der bestehenden strukturellen Probleme der Organisation geknüpft werden. Sie stützen damit die bestehenden Strukturen der UNRWA und verbessern die Situation der Palästinenser nicht, sondern verschlechtern sie und fördern somit weiterhin indirekt den Terror.

Die USA kritisieren zu Recht, dass die Flüchtlingsorganisation die bestehenden Probleme stetig vergrößert, indem sie die Nachkommen der nach dem Überfall der arabischen Staaten auf Israel 1948 Geflüchteten ebenfalls als “Flüchtlinge” bezeichnet, ihnen Rückkehransprüche und das Recht auf “Widerstand” zubilligt, mittelbar also auch terroristische Handlungen verteidigt. Dies wird insbesondere in den Inhalten der Schulbücher deutlich, die an den Schulen der UNRWA verwendet werden. Dort wird der Terror als Märtyrertum heroisiert und das Existenzrecht Israels geleugnet. Zudem ist die Organisation in ihrem derzeitigen Zustand ein Hort der Korruption und verhindert so den Aufbau einer zukunftsfähigen Wirtschaft und Verwaltung.

Zahlungen für diese Organisation – selbst in der bisherigen Höhe – müssen daher an Veränderungen in der Organisation geknüpft werden. Die USA haben dies mit ihrer Einstellung der Zahlungen angestoßen. Es wäre völlig verfehlt, dies ausgerechnet mit deutschen Zahlungen zu konterkarieren. Die Aufgaben der UNRWA sollten dem UNHCR übertragen werden, daneben sollten die Nachbarstaaten, in denen dies erforderlich ist, direkt unterstützt werden.

Berlin, den 3. September 2018

Grußwort des Vorsitzenden Dr. Kay Schweigmann-Greve am 13.8.2018

Dr. Kay Schweigmann-Greve begrüßt die Gäste von “70 Jahre Start-Up-Nation” (c) Georg Berthold

Verehrte Gäste,

ich laufe heute Reklame – nicht für die konkrete Kandidatin, zu deren Kommunalwahlkampfkampagne mein T-Shirt gehört, sondern für die demokratische Normalität, die die israelische Gesellschaft von allen Gesellschaften in der Nachbarschaft noch immer unterscheidet. In diesem Fall handelt es sich um den Wahlkampf einer jungen Frau, die in der Provinz im Landkreis Gezer den seit Jahrzehnten amtierenden Platzhirsch herausfordert.

Die Gegensätze und Konflikte, die zu einer pluralistischen, multikulturellen Gesellschaft dazugehören, werden in Israel offen und lautstark ausgetragen. Das ist nicht nur gut so, es ist für so harmoniebedürftige Gesellschaften wie die unsere durchaus vorbildhaft. Damit meine ich nicht die israelischen tagesaktuellen politischen Entscheidungen, wie etwa das Nationalitätengesetz – ich habe im Juli in Tel Aviv meine Freunde von MERETZ auf die Demo dagegen begleitet – sondern die demokratische Kultur. Israel hat seit langem eine religiös und konservativ geprägte Regierung und dennoch kann die Opposition selbstverständlich auf dem Kikar Rabin, dem zentralen Platz in Tel Aviv, diese Regierung lautstark und radikal in Grund und Boden kritisieren. Und dies im Übrigen ohne Angst vor Polizeigewalt oder Ausschreitungen von Mitdemonstranten.

Die Themen, die die israelische Gesellschaft bewegen sind dabei vielfältig: So trat zwei Wochen später die seit langem größte Demonstration mit über 100.000 Teilnehmern für die Rechte schwuler Paare ein, genauso wie alle anderen Israelis im Wege der Leihmutterschaft Eltern werden zu können. Nun hätte ich als Außenstehender eher eine Debatte über Leihmutterschaft an sich erwartet, immerhin ein Verfahren, bei dem Frauen aus ökonomisch schwächeren Schichten unter hohem persönlichen Einsatz die Kinderwünsche der reicheren verwirklichen, das mobilisierende Thema, an dem der Protest sich entzündete, war jedoch, die Gleichheit, dass zwei verheiratete Männer sich ihren Kinderwunsch nicht in gleicher Weise erfüllen sollen, wie alle anderen. Man stelle sich mal 100.000 Menschen am Brandenburger Tor vor, die für die Rechte der LGTBQ-Gemeinde in Deutschland einträten!

Diese robuste israelische Demokratie, die wie jede westliche Gesellschaft natürlich nicht davor gefeit ist, falsche Entscheidungen zu treffen, bietet die Möglichkeit, diese nach gesellschaftlicher Debatte und lautstarkem Streit wieder zu revidieren. Ein unschätzbarer Vorteil gegenüber allen Gesellschaften der Umgebung, in denen dies nicht möglich ist.
Eine solche Umgebung ist auch besonders geeignet, um Menschen mit Überzeugungen und Ideen wirtschaftlich kreativ werden zu lassen. In einem Land, in dem politisch (fast) alles sagbar und vertretbar ist, verbunden mit der Gewissheit, dass die Anhänger des Gegenteils bestimmt nicht leiser sind als man selbst, ist ein hotspot für Ideen und eine Vielzahl von alternativen Lösungsvorschlägen für politische Probleme und ökonomische Herausforderungen. Hinzu kommt die drückende Sicherheitslage, um die Israel wahrlich nicht zu beiden ist. Auch dieser Problemdruck trägt dazu bei ständig Lösungen zu entwickeln, die nicht nur für Israel selbst nützlich sind. Selbst die deutsche Bundeswehr least israelische Drohnen und der berühmte „Iron Dome“ ist ein prominentes Beispiel militärischer Problemlösung, die der besonderen Gefahrenlage geschuldet ist. Israelische Forschung und Entwicklung steckt, da erzähle ich ihnen nichts neues, in jedem Handy, israelische Erkenntnisse in der Medizin helfen Menschen weltweit und wie man Landwirtschaft in der Wüste treibt, kann man bevorzugt in Israel lernen. Ich bin sicher, zu diesen Themen können viele von Ihnen konkretere Bespiele liefern als ich.

120 Gäste hatten sich eingefunden um den bunten Programm an diesem Abend zu folgen. (c) Georg Berthold

Ich will zum Schluss noch auf ein anderes Gebiet hinweisen, das ich aus eigener Anschauung kenne: Den hohen Anteil arabischer Studenten an israelischen Universitäten. Ich habe im vergangenen Monat einen Sommerkurs an der Universität Haifa belegt und mir den Unibetrieb aus der Nähe ansehen können. Knapp 40% der dortigen Studenten sind arabisch. Man hört viele Studenten in den Gängen, der Kantine und den Hörsälen neben Hebräisch und Englisch selbstbewusst Arabisch sprechen. Und diese Araber sind wichtig. Sie tragen modernes Ideengut in ihre teils sehr traditionelle Gesellschaft und ihnen kommt eine Brückenfunktion in die Länder der Umgebung zu, wenn die dortigen Gesellschaften einmal zu einem Ausgleich mit Israel bereit sein werden. Auch hier, bei der gelassenen Integration durchaus auch religiöser Muslime, können wir von Israel lernen. In demselben Uniseminar über medizinische, naturwissenschaftliche oder historische Themen können durchaus israelische Reservisten mit frommen Musliminnen – Kopftücher aller Art sind ein geläufiger Anblick dort – mit säkularen und observanten Jüdinnen und Juden und Vertretern aller politischen Richtungen sitzen. Sich gegenseitig auszuhalten ist dabei nicht immer leicht, das Zusammenleben mit den „anderen“ und die gelebte Normalität sind jedoch ein Wert an sich. Wir könnten uns in Deutschland, glaube ich Symboldebatten wie die um das Kopftuch durchaus sparen und uns den Israelischen Pragmatismus zum Vorbildnehmen: Ohne Abstriche bei der Sicherheit kann man gemeinsam lernen, studieren und in vielen Bereichen einfach nebeneinander leben, ohne die Fremdheit des Andern ständig als Provokation zu empfinden.

Nun will ich die Gesellschaft in Israel nicht idealisieren, alle Probleme, die westliche Gesellschaften haben, Rechtspopulismus, das Auseinanderdriften von arm und reich, Rassismus, ökologische Probleme usw. hat Israel ebenfalls. Was Israel jedoch stark und sympathische macht, ist seine demokratische, liberale und pragmatische Art und Weise Probleme unverblümt anzusprechen und um die beste Lösung zu streiten. Ich wünsche diesem kleinen Land, dass es auf diesem Weg weiter geht und dass wir uns – auch im Bereich der Start-ups hiervon eine kleine Scheibe abschneiden können.

 

Ein Kurzbericht zur Veranstaltung finden Sie auf der Website der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (Link)

 

 

 

 

 

 

Pressemitteilung: Carp muss gehen. Ruhrtriennale verkommt zum ECHO-Skandal

+++ Deutsch-Israelische Gesellschaft: Carp muss gehen. Ruhrtriennale verkommt zum ECHO-Skandal +++

Berlin. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft verurteilt mit scharfen Worten die Entwicklungen in und um die Ruhrtriennale 2018. „In einem mehraktigen Schauspiel ist immer deutlicher geworden, dass Ruhrtriennale-Intendantin Carp das für das nord-rheinwestfälische Kulturleben so wichtige Ereignis bereitwillig zur öffentlich-finanzierten Werbeplattform für Antisemitismus und halsbrecherischen Geschichtsrevisionismus umfunktioniert.“ – so DIG-Präsident Hellmut Königshaus am Freitag. Das Kulturfestival und ihre Intendantin Stefanie Carp seien zu Recht in die Schlagzeilen geraten, weil man mutwillig BDS-Funktionären wie der Band „Young Fathers“ Tür und Tor geöffnet habe und israelbezogenen Judenhass so im Ergebnis salonfähig mache.

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Zionistisches Wochenende vom 17.-19. Oktober 2014

Wir wollen uns einmal etwas intensiver mit den aktuellen politischen Themen um Israel und den ganzen Nahen Osten beschäftigen. Hierfür haben wir qualifizierte Referenten gewinnen können. Außerdem wollen wir miteinander Spaß haben, grillen, feiern und am Freitagabend Kiddusch miteinander feiern und abends gemeinsam israelische Filme gucken.

Wir treffen uns in Hannover und fahren gemeinsam mit einem Bus von der Gemeinde aus auf das Gut Steimke bei Uslar. Dort sind wir sehr einfach in einem großen Matratzenlager untergebracht – daher der sensationell günstige Teilnehmerpreis – haben dann aber viel Platz für unsere Aktivitäten.

Diese sehen folgendermaßen aus:
AG: Gaza 2014 – Was hat beim letzten Gazakrieg wirklich stattgefunden? Was werfen die Kritiker Israel eigentlich vor und was kann man darauf entgegnen? Was muss man aus Israelischer Sicht an den hiesigen Medien und der Politik kritisieren? Referent: Michael Spanney, Direktor des Mideast Freedom Forum Berlin.

AG: Antisemitismus in der Türkei. Vom neutralen Kooperationspartner zu einem Zentrum des islamischen Israelhasses. Referent: Dündar Kelloglu, Rechtsanwalt Hannover

AG: Islamismus, Salafismus, Hamas in Gaza und IS im Irak. Islamistischer Antisemitismus, Grundstruktur und innere Differenzen. Referent: Monty Ott, DIG Jugendforum Hannover

AG: Israelische Volkstänze und Lieder (man muss ja nicht immer nur diskutieren!)
Referentin: Judit Marach, JZ Rimon, Liberale Jüdische Gemeinde Hannover

Ankunft Freitag zwischen 18-20 Uhr

Ab 20 Uhr gibt es ein Buffet mit Salaten und Brot, in der Jurte wird gegrillt. Vor dem Essen gibt es einen Anfangskreis (Vorstellung der Anwesenden, kurze Darstellung der AG’s, Regeln und organisatorisches). Danach in der Jurt Kabbalat Shabbat mit Kiddusch. In der Jurte gibt es ab ca. 21 Uhr Lagerfeuer und jiddische und hebräische Lieder (jeder Teilnehmer bekommt im Vorfeld ein Heft mit Liedern, dem Programmablauf und den zentralen Texten der AG’s). Um 22 Uhr gibt es in der Scheune einen israelischen Film.

Samstag:

8.30 Uhr: Wecken, 9 Uhr Frühstück, 10 Uhr: AG’s.
12.30 Uhr Mittagessen
15.00 Uhr AG’s, 18.00 Uhr Abendessen
20.00 Uhr Israelischer Film in der Scheune (was gesellschaftskritisches, kontroverses) mit anschließender Diskussion.
22.00 Uhr (wer mag) Singerunde in der Jurte, sonst Zeit für Gespräche im kleinen Kreis.
24.00 Meschuggeparty in der Scheune

Sonntag:

  1. 00 – 10.30 Uhr Frühstück, 10.30 Uhr Resümee in der Schlussrunde: Wie war‘s und wollen wir im kommenden Sommer nach diesem Vorbild ein größeres, einwöchiges „Zionistisches Sommercamp“ organisieren? 11.00 Uhr Abbau und Aufräumen, 12.00 Uhr Gemeinsame Abfahrt.
    Teilnehmerpreis: 30 €
    Anmeldung:
    monty@dig-hannover.de

Gemeinsame Erklärung des Jungen Forums der DIG AG Hannover und der Jusos Niedersachsen

Auch 66 Jahre nach der Gründung Israels gilt: Antisemitismus bekämpfen, immer und überall!

Gemeinsame Presseerklärung der Jusos Niedersachsen und des Jungen Forums der Deutsch-Israelischen Gesellschaft AG Hannover anlässlich des 66. Gründungstages Israels und des aktuell grassierenden Antisemitismus: …

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Pressemitteilung zum Tod von Ariel Sharon

Der “strahlende Held” hat seinen letzten Kampf verloren.
Zum Tod des ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon.

 

Von Reinhold Robbe

 

Eine der markantesten politischen Führungspersönlichkeiten Israels ist tot. Ariel Scharon hat seinen langen letzten Kampf verloren. Nachdem der einstige israelische Ministerpräsident vor etwa acht Jahren in ein Koma fiel, hat er das Bewusstsein nicht wiedererlangt. Ariel Scharon gehörte zweifellos zu den Politikern Israels, die man als wirkliche Pioniere bezeichnen darf. In Israel geboren, kämpfte er im Untergrund bereits gegen die britische Besatzung und die Araber. Später profilierte er sich als Offizier in der Armee und nahm an allen wichtigen Schlachten des noch jungen Staates teil. Hier erwarb er sich auch den Ruf eines furchtlosen Kämpfers. Seine Rolle im Libanon-Krieg hingegen war nicht unumstritten, was seiner Popularität beim eigenen Volk aber nicht schadete. In seinen späteren politischen Ämtern profitierte Scharon von dem Ruf, den er sich als General erworben hatte.

Scharon war Zeit seines Lebens stolz darauf, als Hardliner und Falke zu gelten. Er wusste seine taktischen Begabungen als ehemaliger militärischer Führer geschickt für seine politische Karriere zu nutzen. Als Konservativer ließ Scharon nie einen Zweifel an seinem Leitmotiv, nämlich sein Land mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen. Um so überraschter reagierte man in Israel und in der Welt über den von Scharon zu verantwortenden Rückzug aus Gaza-Streifen nach 38jähriger militärischer Kontrolle. Aber auch diese radikale politische Wende seiner Politik änderte nichts an seiner Popularität. Für die überwiegende Mehrheit in Israel zählt Ariel Scharon zu den wichtigsten Persönlichkeiten des jüdischen Staates. Für die meisten wird er – ungeachtet aller Widersprüche in seinem Leben – der “strahlende Held” bleiben.