Wo bleibt das Grass-Gedicht?

(c) DIG Hannover

(c) DIG Hannover

 

 

Wir hätten da einen Vorschlag:

Günter wo bleibt Dein Gedicht?

Warum schwiegst du, verschweigst zu lange,
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt und in Reden und Paraden aggressiv
angedroht wird?

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
das der Maulheld in Pjönjang seinem unterjochten
und zum organisierten Jubel gelenkten
Volk, den Brüdern und Schwersten in Südkorea und den USA
lautstark androht.

Doch warum untersagst Du Dir
dieses Land beim Namen zu nennen,
in dem ganz offen – keineswegs geheim gehalten –
nukleares Potential in Stellung gebracht wird?

Weil hier nicht mit letzter Tinte die Heimat so vieler
Überlebender unserer Verbrechen als das
denunziert werden kann was wir waren – als Täter?
Weil Koreaner dir egal sind und Amerikaner keine Opfer?

Dein böses, Israel verleumdendes Gedicht
folgt aus innerem Zwang, aus lebenslang verdrängter
Verstrickung. Dein heutiges Schweigen zeigt:
Du hast zur Welt wie sie ist nichts mehr zu sagen.

 

Mehr Infos auf Facebook

Die Karikatur zusammen mit einem Gedichtvorschlag finden Sie hier als PDF-Download

 

 

 

Israel-Reise von DIG und KAS

Die Konrad-Adenauer-Stiftung Wiesbaden und die DIG Arbeitsgemeinschaft Frankfurt bieten im März 2013 eine gemeinsame Reise nach Israel an. Zwischen dem 14. und 19. März stehen nicht nur Besichtigungen in Jerusalem und Tel Aviv, sondern auch zahlreiche Gespräche zur aktuellen Situation in Israel und ein Besuch in Ramallah auf dem Programm.

Es besteht zudem die Möglichkeit, die Reise bis zum 24. März zu verlängern. An den fünf Verlängerungstagen sind Besichtigungen im Süden Israels geplant. Angeboten werden unter anderem ein Besuch des Ahava-Kosmetik-Werks am Toten Meer und eine Führung auf die Festung Massada. Ferner werden ein Kibbuz, ein Beduinen-Dorf und die Negev-Heimstätte von Ben Gurion besichtigt.

Auf der Website der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Frankfurt finden Sie das Reiseprogramm sowie ein Anmeldeformular mit weiteren Informationen zu Reisebedingungen und Preisen (jeweils im PDF-Format).

Vortrag: Antisemitismus in Ungarn

In Ungarn existiert eine offen auftretende postfaschistische Bewegung, die Juden, Roma und Sinti bedroht. Ungarns Exekutive und auch die aktuelle Regierung treten diesen politischen Strömungen nicht entgegen, sondern paktieren mit ihnen.

Bei den Parlamentswahlen 2010 siegte ein rechtes Wahlbündnis und erhielt eine Zweidrittelmehrheit der Mandate. Dieser radikale Rechtsruck führte dazu, dass Viktor Orbán von der Partei FIDESZ zum neuen Ministerpräsidenten gewählt wurde. Im April 2011 lies er eine neue Verfassung verabschieden, die sich als Grundlagen der Nation in ihrer Präambel unter anderem zu Gott, Stephanskrone und Vaterland, Christentum, Familie und Nationalstolz bekennt.

Seit Machtantritt dieser Regierung erfolgte eine rigorose „Säuberung“ des Staatsapparates, in Rundfunk und Fernsehen wurden alle Leitungsfunktionen neu besetzt und kritische Journalisten mundtot gemacht. Im Kulturbereich wurden z.B. bekennende Antisemiten zu den Leitern des „Neuen Budapester Theaters“ ernannt.

Journalist Karl Pfeifer aus Wien. Als drittstärkste politische Kraft, noch rechts von dieser Regierung, agiert die Partei „Jobbik“, die offen an die nationalsozialistischen „Pfeilkreuzler“ anknüpft (die während der deutschen Besatzung Ungarns aktiv an der Ermordung der Juden beteiligt waren) und auch heute mit ihrer paramilitärischen „Ungarischen Garde“ insbesondere Sinti und Roma auch physisch angreift.

Der Wiener Journalist Karl Pfeifer hielt am 4. November in Jerusalem vor dem Israelischen Rat für Beziehungen mit dem Ausland einen Vortrag über Nationalismus und Antisemitismus in Ungarn. Er wird eine aktualisierte Version dieses Vortrags in Hannover halten. Darin gibt er einen aktuellen Überblick über die politische Situation in Ungarn und schildert, was in einem europäischen Land passiert, in dem Antisemitismus und Antiziganismus salonfähige Ideologien sind.

Karl Pfeifer, geb. 1928, ist Journalist, lebt und arbeitet in Wien. Er floh vor den Nazis 1938 aus Österreich nach Ungarn und von dort 1943 mit weiteren 50 Jugendlichen nach Palästina. 1946 meldete er sich freiwillig zum Palmach, einer Elitetruppe der Hagana, und kämpfte 1947-1949 im Negev. 1951 kehrte er aus Israel zurück nach Wien. Karl Pfeifer gehört auch dem Kuratorium des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes an.

Vortrag: Antisemitismus und Antiziganismus im heutigen Ungarn,
22. November 2012, 19 Uhr,
Liberale Jüdische Gemeinde „Etz Chaim“, Fuhsestr. 6, 30419 Hannover,
Stadtbahn-Haltestelle „Stöckener Friedhof“, Stadtbahnlinien 4 und 5.

Dinkla: “Bindeglied zwischen Deutschland und Israel”

Der Präsident des Niedersächsischen Landtags, Hermann Dinkla, hat die Delegierten der ordentlichen DIG-Hauptversammlung im Parlament in Hannover empfangen. In seiner Rede betonte er vor allem die Bedeutung des Jugendaustausches zwischen Niedersachsen und Israel. Dazu versprach er: “Auch in Zukunft wird Deutschland, wird Niedersachsen fest an der Seite Israels stehen als ein treuer und verlässlicher Partner und Freund.” Unter den Anwesenden Gästen waren auch die Abgeordneten Swantje Hartmann (CDU), Stefan Schostok (SPD), Christian Grascha (FDP) und Helge Limburg (Grüne). Die Linkspartei hatte keinen Vertreter geschickt. Wir veröffentlichen hier mit Genehmigung des Landtagspräsidenten die schriftliche Fassung seiner Rede. Es gilt – wie üblich – das gesprochene Wort. Weiterlesen