Jetzt anmelden zur Israel-Studienreise 2012

Die kommende Studienreise wird in den Osterferien 2012 vom 26. März bis 6. April 2012 stattfinden.

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Hannover bietet auch im nächsten Jahr wieder eine interessante Studienreise nach Israel an, die abwechslungsreiche und innovative Erlebnisse bereit hält, und lädt alle Mitglieder sowie Freundinnen und Freunde der DIG ein, dieses Land mit seiner außergewöhnlichen Geschichte zu entdecken.

Visionen und Visionäre – Die Wüste als Wiege der Nation?

Faszinierende Landschaften und Menschen mit unterschiedlichster Couleur, die das multikulturelle Kaleidoskop der israelischen Gesellschaft bilden, begegnen uns in diesem Land. Der Historiker und Publizist Tom Segev schreibt: “Alle Israelis nehmen teil an einem einzigartigen historischen Experiment, das noch lange nicht gelungen und auch noch nicht gescheitert ist. Das macht ihre Geschichte so spannend.”

“Ende des Zionismus”, oder auch “Post-Zionismus“ sind Schlagworte, die heute in der Welt und in Israel selber diskutiert werden. In der Wirtschaftswissenschaft wird Israel als „Start-up Nation“ bezeichnet – ein moderner Ausdruck, der den Mut zur Neugründung des Staates vor über 60 Jahren und seine bis heute anhaltende Bereitschaft, sich täglich neu zu erfinden, auf das beste beschreibt. Eine besondere Rolle spielt dabei die Negevwüste – sie nimmt sechzig Prozent des Staates Israel ein, beherbergt nur knapp zehn Prozent der Bevölkerung, allerdings mit steigender Tendenz.

“Die Wüste ist die Wiege unserer Nation, gefährdet, empfindlich und voller Möglichkeiten”, sagte David Ben Gurion und forderte seine Volksgenossen unermüdlich auf, in die Wüste zu ziehen. Mit 67 Jahren erfüllte er sich schließlich seinen Traum, zog selbst nach Sde Boker.

Es sind die “modernen Zionisten”, vom Idealismus getriebene und geprägte High-Tech-Pioniere, die sich mit ihrer “Go South”-Ideologie auf den “Alten” (Ben Gurion) beziehen. Welche Strategien werden genutzt um die Vision vom Leben in der Wüste zu verwirklichen? Welche Ideen werden hier verwirklicht, welche innovativen Technologien eingesetzt? Hautnah und aus erster Hand, mit den Menschen vor Ort, wollen wir ergründen, was es bedeutet heute als moderner Zionist in der Wüste zu (über)leben.

Weitere Informationen
Detailliertes Programm der Fahrt
Beschreibung der im Reisepreis enthaltenen Leistungen

Neue Stellungnahme der DIG zur Burgwedeler Mahnmalkontroverse

In der gestrigen Ausgabe der HAZ erschien ein Interview des Burgwedlers Bürgermeisters Dr. Hoppenstedt, in dem dieser sich auch zur Kontroverse um das Mahnmal in seinem Ort äußert. Er bezeichnet die Kritik an dem Burgwedler Vorgehen – gemeint ist insbesondere die DIG – als “schlimme und haltlose Vorwürfe”. Dies zeigt ein sehr problematisches Verhältnis des Dr. Hoppenstedt zur Realität und ist ein weiterer Versuch von ihm, seine Kritiker zu diffamieren. Ich habe daher den folgenden Leserbrief an die HAZ geschrieben, denen ich Ihnen auf diesem Weg ebenfalls zur Kenntnis geben möchte.

“In seinem Interview in der HAZ vom 12.Juli 2011 wird der Burgwedeler Bürgermeister Dr. Hoppenstedt auch zu der Kontroverse um ein Mahnmal für die Burgwedler Soldaten des 2. Weltkrieges befragt. Auf diesem Mahnmal sollten auch Angehörige der SS und der Waffen-SS als Opfer genannt werden. Der von Dr. Hoppenstedt wiederholten Behauptung über die Integrität der betreffenden SS-Angehörigen stehen die folgenden Fakten gegenüber:

Alle sechs SS-Angehörigen unter den Militäropfern Großburgwedels haben sich freiwillig zur SS gemeldet und aus eigenem Antrieb dem “Führer” bedingungslosen Gehorsam bis in den Tod geschworen. Als sie fielen, waren sie zwischen 19 und 44 Jahre alt. Vier von ihnen sind vermutlich aktiv oder durch ihre Einheiten in Menschenrechtsverbrechen verstrickt. So z. B. ein SS-Hauptwachtmeister, der in Lida/Estland Eigentum der ermordeten Juden gestohlen und verschoben hat. Er wurde dieses Deliktes wegen sogar vom SS Truppendienstgericht zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt (das Urteil liegt Herrn Dr. Hoppenstedt vor). Danach wurde er zur 3. Kompanie des SS Polizeiregimentes 17 versetzt, das nach Feststellung des Landgerichts Hamburg an Massenerschießungen von Juden beteiligt war (Urteil LG Nr. 898/85). Ein weiterer 33jähriger gehörte zur 5. Panzer-Division “Wiking”, die bereits 1941 an Massenerschießungen im Osten beteiligt war.

Auch zwei Angehörige von SS-Totenkopfstandarten befanden sich bereits auf der Gedenktafel des Mahnmals. Sie gehörten zu den Leibstandarten Adolf Hitlers “Das Reich” und “Germania”. Diese Einheiten wurden kurz nach der Machtübernahme 1933 als Verfügungsverbände der NSDAP gegründet. Sie gingen bereits vor dem Krieg erbarmungslos gegen innenpolitische Gegner vor und stellten große Teile der Stammbelegschaften vieler KZ. Diese “Knochenbrechergarden” waren Himmlers “Elite” unter den NS-Gewalttätern. “Hitler war stolz auf sie; er liebte sie” (Eugen Kogon, Der SS-Staat). Beide Einheiten waren mehrfach in Kriegsverbrechen verstrickt: “Das Reich” war verantwortlich für die Ermordung von 642 französischen Zivilisten, darunter 240 Frauen und 212 Kindern in Oradour sur Glane. Danach wurde das Dorf angezündet, es brannte vollständig ab. Es ist heute noch unverändert als Mahnstätte zu besichtigen.

Das von der Stadt Burgwedel beauftragte Niedersächsische Institut für Historische Regionalforschung hat Herrn Dr. Hoppenstedt in einem Schreiben vom 15.10.2010 mitgeteilt, dass es keinesfalls als Freispruch zu bewerten sei, wenn zu einer Person aus einer belasteten Einheit keine individuellen Informationen vorlägen, da ein großer Teil der Verbrechen dieser SS-Verbände nirgends dokumentiert sei. Auch das Simon Wiesenthal Center hat sich zu den Burgwedeler SS-Angehörigen in diesem Sinne geäußert.”

Kay Schweigmann-Greve
1. Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Hannover

Hannover bekommt 65 neue Stolpersteine

Insgesamt 65 neue Stolpersteine verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig vor zwei nebeneinander stehenden Häusern in Hannover in der Wißmannstraße 11 und 13 auf Initiative der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, AG Hannover und unter organisatorischem Mitwirken der Stadt Hannover. Eine solch große Zahl dieser kleinen Mahnmale, sagte Gunter Demnig, hat er bis lang in seinem über 10-jährigen Wirken in solcher Dichte noch nie verlegt. Die zwei Gebäude wurden von der jüdischen Simonschen Stiftung noch 1936 bezugsfertig erstellt, entsprachen dem damaligen modernsten Standard der Wohnqualität und wurden ausschließlich von Deutschen jüdischen Glaubens bewohnt.

Oberbürgermeister Stephan Weil, Ruth Gröne und Gunter Demnig zeigen den zahlreichen Besuchern und den anwesenden Medien die zu verlegenden Stolpersteine
Etwa 150 Menschen fanden hier ihren letzten freiwillig gewählten Wohnort, von denen 65 von den Nationalsozialisten ermordet wurden oder freiwillig aus dem Leben geschieden sind. „Es war die glücklichste Zeit meines Lebens“ berichtete Ruth Gröne, geb. Kleeberg, den in großer Zahl anwesenden Bürgerrinnen und Bürgern und mit starker Beteiligung der Medien. Sie ist die einzige noch lebende ehemalige Bewohnerin des Hauses Nr. 11 und erlebte dort als Tochter einer christlichen Mutter und eines jüdischen Vaters den ständig wachsenden Terror des Nazi-Regimes. „Ich erinnere mich an die großen schwarzen Stiefel“, das waren vermutlich SA-Männer, die am 10. November 1938 die Wohnungen der Häuser durchsuchten. „Ich war noch so klein und habe deshalb nur ihre großen, langen schwarzen Stiefel gesehen, die auch deshalb so beängstigend wirkten, weil sie mit denen so laut auftraten.“ An diesem Tage veränderte sich ihr Leben dramatisch. „Wir dürfen nicht mehr mit dir spielen, unsere Eltern haben das verboten, du bist ein Judenkind!“ hörte sie von ihren besten Freundinnen, denn „bis dahin hatte die Tatsache, dass ich ein jüdisches Mädchen war, keine Rolle gespielt.“

Der Hannoversche Oberbürgermeister Stephan Weil war, wie alle Zuhörenden, beeindruckt von den in ruhigem, gefastem Ton vorgetragenen erschütternden Erlebnissen von Ruth Gröne. Stephan Weil hob beson-ders die gute, konstruktive Zusammenarbeit von DIG Hannover und Stadtverwaltung hervor und betonte, dass dies ein Tag der Erinnerung und der Mahnung sei. „Aus vielen kleinen Stolpersteinen ist ein großes Mahnmal geworden“, sagte Weil weiter. Er bedankte sich bei den Schülerinnen und Schülern der Klasse 10 V der Wilhelm-Raabe-Schule, die im Rahmen eines Projektes dem Schicksal der ermordeten Bewohner der Häuser nachgegangen sind und sie lasen ihre Namen einzeln vor. Schülerinnen und Schüler der Ricarda Huch Schule beteiligten sich am nächsten Tag als in der Harnischstraße weitere 15 Stolpersteine verlegt wurden.

Die Kosten, 95,- € pro Stein für die Herstellung und die Verlegung, wurden ausnahmslos von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt nach einem Aufruf durch die DIG Hannover durch Übernahme von Patenschaften gedeckt. Daran beteiligten sich großzügig auch die heutigen Besitzer des Hauses Nr. 11.

Frank Lehmberg

Israeltag am 15. Mai 2011 in Hannover: Israels Freunde feiern!

15:00 – 19:00 Uhr im Innenhof am Lister Turm (Seite Eilenriede/Jugendzentrum)

Musik und Tanz:
Chor der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover
Chor der Jüdischen Gemeinde K.d.ö.R.
Kinderchor
Jüdischer Sportverein Makabi

Es sprechen:
Bürgermeister Bernd Strauch
Reinhold Robbe, Bundesvorsitzender Deutsch Israelische Gesellschaft
Eröffnung: Kay Schweigmann-Greve, DIG Hannover

Informationstände: Deutsch-Israelische Gesellschaft, die Jüdischen Gemeinden aus Hannover, VVN, Förderverein Gedenkstätte Ahlem, Christen und Juden in Niedersachsen e.V., Technion, Ebenezer Hilfsfonds Deutschland e.V., SJD-Die Falken, Biblische Reisen, Israel Jacobson Gesellschaft, Dienste in Israel und andere.

Israelische Spezialitäten: Humus, Falaffel und Wein vom Karmel, aber auch Kaffee und Kuchen

Der Flyer kann hier heruntergeladen werden.

Vortrag: Die Agenda der „Israelkritiker“ am 25. Mai 2011

Am Mittwoch, 25. Mai 2011 um 19 Uhr, referiert Alex Feuerherdt über “Die Agenda der Israelkritiker” im Stadtteil- Zentrum Nordstadt e.V., im Gebäude Bürgerschule, Klaus-Müller-Kilian-Weg 2 (Schaufelder Straße).

Im Auftrag der Vereinten Nationen erarbeitet und veröffentlicht eine Untersuchungskommission unter dem Vorsitz des Juristen Richard Goldstone einen Bericht, der eine fast 600 Seiten dicke, vehemente Anklageschrift gegen Israel ist und sich zu großen Teilen auf Stellungnahmen antiisraelischer Nichtregierungsorganisationen (NGOs) stützt. Die populäre Menschenrechtsorganisation Amnesty International bezichtigt den jüdischen Staat in einer umfangreichen Broschüre wahrheitswidrig, den Palästinensern das Wasser zu stehlen und sie dadurch an den Rand des Verdurstens zu bringen.

Europäische Politiker und Friedensaktivisten setzen sich mit todessehnsüchtigen Islamisten buchstäblich in ein Boot, um die vermeintlich völkerrechtswidrige Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen, und provozieren einen Einsatz des israelischen Militärs – doch der Deutsche Bundestag verurteilt in einer Resolution nicht etwa die gegen Israel gerichtete Gaza-Flotte, sondern den jüdischen Staat, und das auch noch ohne eine einzige Gegenstimme. Nahezu alle westlichen Politiker betrachten nicht die Hamas und die Fatah – deren unlängst geschlossenes Bündnis sowohl für den jüdischen Staat als auch für den Friedensprozess verheerende Folgen haben dürfte –, sondern die israelischen Siedlungen in den umstrittenen Gebieten als „Haupthindernis für den Frieden im Nahen Osten“ und sind hellauf empört, wenn ihnen die Frage gestellt wird, warum Juden in einem zukünftigen palästinensischen Staat eigentlich nicht leben dürfen sollen.

Wie kommt es, dass Israel – nicht zuletzt von NGOs, die sich die Verteidigung der Menschenrechte auf die Fahnen geschrieben haben – immer wieder dämonisiert und ihm de facto das Recht abgesprochen wird, sich gegen seine Feinde zur Wehr zu setzen? Warum wird diesen Feinden so viel Verständnis gezollt oder gar Sympathie entgegen gebracht? Weshalb ist die so genannte Israelkritik vor allem hierzulande so ungeheuer populär, und was treibt sie an?

Zum Referenten: Alex Feuerherdt (Jahrgang 1969) ist freier Autor und lebt in Köln. Er schreibt regelmäßig für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften zum Thema Nahost, unter anderem für die „Jüdische Allgemeine“, „Konkret“, den „Tagesspiegel“ und die „Jungle World“

Studienreise: Auf den Spuren der Zukunft

Auf den Spuren der Zukunft reisten begeisterte Teilnehmende mit der DIG AG Hannover nach Israel. Das Land kannten sie weitgehend nur aus Presse und Medien als ein Land des Konfliktes, mit den Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und Israelis und mit der arabischen Umwelt. Sie erfuhren schnell, Glaubensfragen, politische Gegensätze, kulturelle Eigenheiten, nichts ist in diesem Land selbstverständlich, nichts bleibt unhinterfragt. Dies ist aber auch der Nährboden, auf dem Wissenschaft und Fortschritt gedeiht, auf dem tagtäglich mit rasantem Tempo Zukunft gestaltet wird.

Wir haben auf unserer Reise versucht, einen Teil der eigentlichen Wirklichkeit Israels zu erfahren, die vitale Lebendigkeit, das pulsierende Tempo und die ungeheure Kreativität der Menschen dieses Landes kennen zu lernen. Eine ganz andere Fahrt, die auch mögliche Perspektiven des Zusammenlebens von Israelis und Palästinensern aufgezeigt hat.

Zu nennen wäre da die Fraueninitiative “Afnan Al Galil” in Bejne-Nudschidat, einem Dorf in Unter Galiläa das zur Hälfte aus Beduinen und zur anderen Hälfte aus bereits sesshaften Arabern besteht. Diese Gruppe fördert die Aktivitäten und Arbeitstätigkeiten der Frau außerhalb des Hauses durch den Erhalt und die Weiterentwicklung des traditionellen palästinensischen Handwerks. Dabei zeigten diese Frauen großes Selbstbewusstsein, persönliche Sicherheit im Umgang mit unserer Gruppe und ließen wichtige Schritte zur Emanzipation sichtbar werden, wie sie in der überwiegend arabischen “Macho-Gesellschaft” kaum anzutreffen sind. Oder können Sie sich eine Fraueninitiative in einem anderen arabischen Landes außerhalb von Israel vorstellen?

Große Aufmerksamkeit löste bei den Teilnehmenden unserer Reise auch der Besuch des Obersten Gerichtshofes aus, das säkulare Bollwerk in dem vorwiegend religiös geprägtem Jerusalem. Der Bau besticht bereits durch seine bemerkenswerte Architektur, sowohl im äußeren Erscheinungsbild als auch von der Gestaltung der Räumfolgen im Inneren und durch die ausgeprägte städtebauliche Achse: Knesset – Oberster Gerichtshof – Sitz des Ministerpräsidenten. Viel bedeutsamer als seine Gestaltung ist der Einfluss seiner Rechtsprechung auf die Gesellschaft Israels, als Staat der Juden.

Als Ben Gurion im 1948 die Unabhängigkeit von Israel ausrief, hatte er sich bereits hierfür rechtzeitig die Zustimmung durch die religiösen Parteien zusichern lassen, durch die so genannte “Status-Quo-Vereinbarung” und damit den Verzicht, eine Verfassung für den neuen Staat zu erarbeiten. Für die 15 Richter am Obersten Gerichtshofes ist die Grundlage ihrer Rechtsprechung somit das Israelische Gesetzbuch. Falls es hier an Gesetzesgrundlagen fehlt, greifen die Richter auch auf amerikanische und britische Rechtsprechung, aber auch auf jüdische Gesetze der Halacha zurück. Die Gratwanderung, die die Richter manchmal beschreiten müssen zwischen staatlicher Gesetzgebung und religiösem jüdischen Recht, wurde uns an Hand des Rückkehrgesetzes und dem Zugeständnis an das Rabbinat zur Eheschließung erläutert.
Einen weiteren wegweisenden Pfad auf den Spuren der Zukunft fanden wir bei dem Besuch der Kadoorie Schule in Unter Galiläa. Der Schulleiter Hilel Hilman erläuterte uns anschaulich und mit dem Ausdruck der Begeisterung den Weg von der einstigen landwirtschaftlichen “Kaderschmiede” – neben Yitzhak Rabin haben hier viele andere bedeutende Politiker die Grundlagen ihrer späteren Wirkens gelernt – zu einer modernen Hochschule als technische Lehranstalt. Heute zeigt diese Schule u.a. einen Weg auf, wie die ethnische, kulturelle und religiöse Vielfalt der Schülerinnen und Schüler aus der Region und landesweit zu einem friedlichen harmonischen Nebeneinander und Miteinander führen kann.

Bewunderung löste bei den Teilnehmenden der Reise der Geschmack von süßen Tomaten aus, die durch die Aufnahme von salzigem Wasser erst ihre einzigartige Qualität entwickeln konnten. In der dem Kibbuz Revivim angeschlossene Außenstelle für Landwirtschaftsentwicklung in der Negev-Wüste wird fossiles Wasser aus Gesteinsschichten in großer Tiefe gefördert, allerdings mit einem Salzgehalt von 800 Milligramm Chlorit pro Liter. Mit diesem Wasser züchten die Agrarwissenschaftler spezielle Gemüsesorten, die entweder resistent gegenüber dem Salzwasser sind oder erst durch dieses ihr besonders Aroma entwickeln können. Erste Erfolge, die bereits von den Landwirten der Umgebung ökonomisch umgesetzt werden, zeigen die in der Kletterwindentechnik gezüchteten Tomaten und Paprika. Ob auch Kartoffelsorten entwickelt werden können, die mit salzhaltigem Wasser im großen Stil gedeihen können, sollen die Forschungsergebnisse der nächsten Jahre bringen.

Absoluter Höhepunkt unserer Reise „auf den Spuren der Zukunft“ war der Besuch bei der High-Tech-Firma Elbit Systems in der Forschungsabteilung in Rechovot. Gegründet vom ehemaligen Chefkonstrukteur der Zeiss Werke Jena, werden nunmehr in Israel optische Geräte entwickelt, die zu über 80% in der Rüstungsindustrie zum Einsatz kommen. Die hohen Sicherheitsvorkehrungen, so durften keine Fotoapparate und keine Handys in die Gebäude mitgenommen werden, nahmen wir jedoch durch den VIP-Empfang, der uns durch Marketing Direktor Daniel Barok zuteilwurde, gerne in Kauf. Nach einem wissenschaftlichen aber allgemein verständlichen Einführungsvortrag, wurden uns die Einsatzmöglichkeiten von Nachtsichtgeräten demonstriert, die mit spezieller Optik und mit Unterstützung von für das Auge unsichtbaren Laserstrahlen auch ein weitentferntes Objekt sichtbar werden lässt und gleichzeitig dessen geografische Position exakt erfasst. Weiterhin entwickelt Elbit-System Objektive für Satelliten-Kameras, die durch eine besondere Reflektion der Lichtstrahlen wenig Raum in Anspruch nehmen und durch extrem leichte Materialien darüber hinaus auch noch erheblich Gewicht einsparen. Mit dieser Technik sind aus dem Orbit Aufnahmen von außerordentlicher Qualität möglich und so ein Objekt von 10 cm Kantenlänge sichtbar werden lässt.

Die hier genannten Beispiele weisen lediglich auf einige wenige Wegmarken hin, die uns auf den Spuren der Zukunft begleiteten. Alles in allem waren die Teilnehmenden von der Durchführung dieser Studienreise begeistert und haben ein erweitertes, z.T. auch korrigiertes Bild von Israel nach Hause mitgebracht. Neben den ausgewählten Programmpunkten trug wesentlich auch die besondere Kompetenz unseres Reiseleiters, Assaf Zeevi, zum Erfolg der Reise bei. Mit seinem Wissen und seiner Fähigkeit, dieses an die Teilnehmenden weiter zu reichen, konnte Assaf für sich in Anspruch nehmen, das Ziel der Studienriese voll und ganz erfüllt zu haben. Das Gesamtergebnis der Reise ermutigt uns in zwei Jahren wieder eine vergleichbare Studienreise anzubieten.

Frank Lehmberg