Deutsch-Israelische Gesellschaft besorgt um Erhöhung der Zahlungen für UNRWA

Berlin. Mit großer Sorge nimmt die Deutsch-Israelische Gesellschaft zur Kenntnis, dass die Bundesregierung offenbar beabsichtigt, die deutschen Zahlungen für die UNRWA noch weiter zu erhöhen und damit das Defizit, das durch den Ausfall der Zahlungen der USA entsteht, auszugleichen. Dies ist nach Auffassung der Gesellschaft kontraproduktiv, weil die Zahlungen nicht an die Behebung der bestehenden strukturellen Probleme der Organisation geknüpft werden. Sie stützen damit die bestehenden Strukturen der UNRWA und verbessern die Situation der Palästinenser nicht, sondern verschlechtern sie und fördern somit weiterhin indirekt den Terror.

Die USA kritisieren zu Recht, dass die Flüchtlingsorganisation die bestehenden Probleme stetig vergrößert, indem sie die Nachkommen der nach dem Überfall der arabischen Staaten auf Israel 1948 Geflüchteten ebenfalls als “Flüchtlinge” bezeichnet, ihnen Rückkehransprüche und das Recht auf “Widerstand” zubilligt, mittelbar also auch terroristische Handlungen verteidigt. Dies wird insbesondere in den Inhalten der Schulbücher deutlich, die an den Schulen der UNRWA verwendet werden. Dort wird der Terror als Märtyrertum heroisiert und das Existenzrecht Israels geleugnet. Zudem ist die Organisation in ihrem derzeitigen Zustand ein Hort der Korruption und verhindert so den Aufbau einer zukunftsfähigen Wirtschaft und Verwaltung.

Zahlungen für diese Organisation – selbst in der bisherigen Höhe – müssen daher an Veränderungen in der Organisation geknüpft werden. Die USA haben dies mit ihrer Einstellung der Zahlungen angestoßen. Es wäre völlig verfehlt, dies ausgerechnet mit deutschen Zahlungen zu konterkarieren. Die Aufgaben der UNRWA sollten dem UNHCR übertragen werden, daneben sollten die Nachbarstaaten, in denen dies erforderlich ist, direkt unterstützt werden.

Berlin, den 3. September 2018

Grußwort des Vorsitzenden Dr. Kay Schweigmann-Greve am 13.8.2018

Dr. Kay Schweigmann-Greve begrüßt die Gäste von “70 Jahre Start-Up-Nation” (c) Georg Berthold

Verehrte Gäste,

ich laufe heute Reklame – nicht für die konkrete Kandidatin, zu deren Kommunalwahlkampfkampagne mein T-Shirt gehört, sondern für die demokratische Normalität, die die israelische Gesellschaft von allen Gesellschaften in der Nachbarschaft noch immer unterscheidet. In diesem Fall handelt es sich um den Wahlkampf einer jungen Frau, die in der Provinz im Landkreis Gezer den seit Jahrzehnten amtierenden Platzhirsch herausfordert.

Die Gegensätze und Konflikte, die zu einer pluralistischen, multikulturellen Gesellschaft dazugehören, werden in Israel offen und lautstark ausgetragen. Das ist nicht nur gut so, es ist für so harmoniebedürftige Gesellschaften wie die unsere durchaus vorbildhaft. Damit meine ich nicht die israelischen tagesaktuellen politischen Entscheidungen, wie etwa das Nationalitätengesetz – ich habe im Juli in Tel Aviv meine Freunde von MERETZ auf die Demo dagegen begleitet – sondern die demokratische Kultur. Israel hat seit langem eine religiös und konservativ geprägte Regierung und dennoch kann die Opposition selbstverständlich auf dem Kikar Rabin, dem zentralen Platz in Tel Aviv, diese Regierung lautstark und radikal in Grund und Boden kritisieren. Und dies im Übrigen ohne Angst vor Polizeigewalt oder Ausschreitungen von Mitdemonstranten.

Die Themen, die die israelische Gesellschaft bewegen sind dabei vielfältig: So trat zwei Wochen später die seit langem größte Demonstration mit über 100.000 Teilnehmern für die Rechte schwuler Paare ein, genauso wie alle anderen Israelis im Wege der Leihmutterschaft Eltern werden zu können. Nun hätte ich als Außenstehender eher eine Debatte über Leihmutterschaft an sich erwartet, immerhin ein Verfahren, bei dem Frauen aus ökonomisch schwächeren Schichten unter hohem persönlichen Einsatz die Kinderwünsche der reicheren verwirklichen, das mobilisierende Thema, an dem der Protest sich entzündete, war jedoch, die Gleichheit, dass zwei verheiratete Männer sich ihren Kinderwunsch nicht in gleicher Weise erfüllen sollen, wie alle anderen. Man stelle sich mal 100.000 Menschen am Brandenburger Tor vor, die für die Rechte der LGTBQ-Gemeinde in Deutschland einträten!

Diese robuste israelische Demokratie, die wie jede westliche Gesellschaft natürlich nicht davor gefeit ist, falsche Entscheidungen zu treffen, bietet die Möglichkeit, diese nach gesellschaftlicher Debatte und lautstarkem Streit wieder zu revidieren. Ein unschätzbarer Vorteil gegenüber allen Gesellschaften der Umgebung, in denen dies nicht möglich ist.
Eine solche Umgebung ist auch besonders geeignet, um Menschen mit Überzeugungen und Ideen wirtschaftlich kreativ werden zu lassen. In einem Land, in dem politisch (fast) alles sagbar und vertretbar ist, verbunden mit der Gewissheit, dass die Anhänger des Gegenteils bestimmt nicht leiser sind als man selbst, ist ein hotspot für Ideen und eine Vielzahl von alternativen Lösungsvorschlägen für politische Probleme und ökonomische Herausforderungen. Hinzu kommt die drückende Sicherheitslage, um die Israel wahrlich nicht zu beiden ist. Auch dieser Problemdruck trägt dazu bei ständig Lösungen zu entwickeln, die nicht nur für Israel selbst nützlich sind. Selbst die deutsche Bundeswehr least israelische Drohnen und der berühmte „Iron Dome“ ist ein prominentes Beispiel militärischer Problemlösung, die der besonderen Gefahrenlage geschuldet ist. Israelische Forschung und Entwicklung steckt, da erzähle ich ihnen nichts neues, in jedem Handy, israelische Erkenntnisse in der Medizin helfen Menschen weltweit und wie man Landwirtschaft in der Wüste treibt, kann man bevorzugt in Israel lernen. Ich bin sicher, zu diesen Themen können viele von Ihnen konkretere Bespiele liefern als ich.

120 Gäste hatten sich eingefunden um den bunten Programm an diesem Abend zu folgen. (c) Georg Berthold

Ich will zum Schluss noch auf ein anderes Gebiet hinweisen, das ich aus eigener Anschauung kenne: Den hohen Anteil arabischer Studenten an israelischen Universitäten. Ich habe im vergangenen Monat einen Sommerkurs an der Universität Haifa belegt und mir den Unibetrieb aus der Nähe ansehen können. Knapp 40% der dortigen Studenten sind arabisch. Man hört viele Studenten in den Gängen, der Kantine und den Hörsälen neben Hebräisch und Englisch selbstbewusst Arabisch sprechen. Und diese Araber sind wichtig. Sie tragen modernes Ideengut in ihre teils sehr traditionelle Gesellschaft und ihnen kommt eine Brückenfunktion in die Länder der Umgebung zu, wenn die dortigen Gesellschaften einmal zu einem Ausgleich mit Israel bereit sein werden. Auch hier, bei der gelassenen Integration durchaus auch religiöser Muslime, können wir von Israel lernen. In demselben Uniseminar über medizinische, naturwissenschaftliche oder historische Themen können durchaus israelische Reservisten mit frommen Musliminnen – Kopftücher aller Art sind ein geläufiger Anblick dort – mit säkularen und observanten Jüdinnen und Juden und Vertretern aller politischen Richtungen sitzen. Sich gegenseitig auszuhalten ist dabei nicht immer leicht, das Zusammenleben mit den „anderen“ und die gelebte Normalität sind jedoch ein Wert an sich. Wir könnten uns in Deutschland, glaube ich Symboldebatten wie die um das Kopftuch durchaus sparen und uns den Israelischen Pragmatismus zum Vorbildnehmen: Ohne Abstriche bei der Sicherheit kann man gemeinsam lernen, studieren und in vielen Bereichen einfach nebeneinander leben, ohne die Fremdheit des Andern ständig als Provokation zu empfinden.

Nun will ich die Gesellschaft in Israel nicht idealisieren, alle Probleme, die westliche Gesellschaften haben, Rechtspopulismus, das Auseinanderdriften von arm und reich, Rassismus, ökologische Probleme usw. hat Israel ebenfalls. Was Israel jedoch stark und sympathische macht, ist seine demokratische, liberale und pragmatische Art und Weise Probleme unverblümt anzusprechen und um die beste Lösung zu streiten. Ich wünsche diesem kleinen Land, dass es auf diesem Weg weiter geht und dass wir uns – auch im Bereich der Start-ups hiervon eine kleine Scheibe abschneiden können.

 

Ein Kurzbericht zur Veranstaltung finden Sie auf der Website der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (Link)

 

 

 

 

 

 

Pressemitteilung: Carp muss gehen. Ruhrtriennale verkommt zum ECHO-Skandal

+++ Deutsch-Israelische Gesellschaft: Carp muss gehen. Ruhrtriennale verkommt zum ECHO-Skandal +++

Berlin. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft verurteilt mit scharfen Worten die Entwicklungen in und um die Ruhrtriennale 2018. „In einem mehraktigen Schauspiel ist immer deutlicher geworden, dass Ruhrtriennale-Intendantin Carp das für das nord-rheinwestfälische Kulturleben so wichtige Ereignis bereitwillig zur öffentlich-finanzierten Werbeplattform für Antisemitismus und halsbrecherischen Geschichtsrevisionismus umfunktioniert.“ – so DIG-Präsident Hellmut Königshaus am Freitag. Das Kulturfestival und ihre Intendantin Stefanie Carp seien zu Recht in die Schlagzeilen geraten, weil man mutwillig BDS-Funktionären wie der Band „Young Fathers“ Tür und Tor geöffnet habe und israelbezogenen Judenhass so im Ergebnis salonfähig mache.

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Filmreihe – Die vergessenen Flüchtlinge: Juden aus arabischen Ländern

Bildschirmfoto 2017-09-02 um 11.38.46

 

Flyer im PDF-Format

DIG_005 Film und Vortrag 2017-07-26

DIG_005 Film und Vortrag DIN A3 2017-07-27-1

 

Zum Film

Der preisgekrönte, etwa 50-minütige Dokumentarfilm »Die Vergessenen Flüchtlinge« (»The Forgotten Refugees«) von Michael Grynszpan zeigt die Geschichte, die Kultur und den erzwungenen Auszug nahöstlicher und nord- afrikanischer jüdischer Gemeinden im 20. Jahrhundert. Juden aus Ägypten, dem Jemen, Libyen, dem Irak und Marokko legen auf berührende Art und Weise Zeugnis ab.

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Verleihung des Theodor-Lessing-Preises 2017

Verleihung des Theodor-Lessing-Preises 2017 an Ruth Gröne, Salomon Finkelstein Henry Korman am 22. Mai 2017, 19.00 Uhr

im Großen Saal der Region Hannover, Hildesheimer Str. 18

In diesem Jahr ehren wir drei Überlebende des Holocaust für ihr jahrzehntelanges Engagement als Zeitzeugen, die öffentlich, in Schulen und Gedenkveranstaltungen, den Nachgeborenen von ihren schrecklichen Erlebnissen berichteten und einen aktiven Beitrag zur Versöhnung geleistet haben.

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Vortrag von Stephan Grigat: Antisemitismus in der Linken? Annäherung an ein kontroverses Thema

Datum: Montag, 16. Januar 2017, 19:00 Uhr

Ort: ver.di-Höfe Hannover, Goseriede 10, 30159 Hannover

Sind Spekulanten „Heuschrecken“? Und betreibt Israel eine „Vernichtungspolitik gegen die Palästinenser“? Oder zeigt sich in solchen Aussagen, dass die Linke nicht nur eine antisemitische Schlagseite hat, sondern in einigen ihrer Aus- prägungen ein handfestes Antisemitismusproblem?

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Veranstaltung: Lernen Jugendliche in deutschen Schulen Israelfeindschaft? am 22. September 2016

Flyer Tagung 22.09.2016

Tagung: Lernen Jugendliche in deutschen Schulen Israelfeindschaft?

Termin: 22. September 2016, 10 bis 18 Uhr
Ort: Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostraße 8, 30169 Hannover

Der Tagungsbeitrag beträgt 12 Euro.

Lesung: „Israel ist an allem schuld“

Georg M. Hafner und Esther Schapira lesen aus ihrem 2015 erschienenen Buch „Israel ist an allem schuld – Warum der Judenstaat so gehasst wird“.

Kooperationsveranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Hannover e.V. und der der Stadtakademie an der Neustädter Hof- und Stadtkirche Hannover

Termin: 22. September 2016, 19 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche (Leibnizsaal), Rote Reihe 8, 30169 Hannover

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Anmeldung

Per Brief:

Deutsch- Israelische Gesellschaft e.V., Arbeitsgruppe Hannover c/o Dr. Kay Schweigmann-Greve, Brucknerring 7, 30629 Hannover oder Postfach 1267, 30954 Hemmingen
Per E-Mail: info@dig-hannover.de

 

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